Anästhesie und Intensivmedizin
Moderne Thoraxchirurgie ist ohne die Möglichkeiten und Fachkompetenz der beiden sich verwandten Nachbargebiete Anästhesie und Intensivmedizin unvorstellbar. Einige Beispiele:
- Die beiden Thoraxhöhlen (Brusträume) weisen physiologische Eigenheiten auf. Unter anderem werden die beiden Lungen vermittels Unterdruck (Vakuum) und entgegen ihrer Eigenelastizität entfaltet und an die Brustwand «geklebt».
- Um präzis an der Lunge operieren zu können, wird der Patient vom Anästhesiearzt so intubiert, dass während der Operation bloss die gegenseitige Lunge beatmet wird. Nur so ist es dem Chirurgen überhaupt möglich, minimal invasiv – mittels der sog. «Schlüsselloch-Chirurgie» – zu operieren.
- Damit die schmerzhaften operativen Zugänge zur Lunge nach der Operation nicht zu Atemproblemen führen, kombiniert der Nakosearzt die Vollnarkose mit einer Teilnarkose. Das heisst, dem Patienten wird zusätzlich zur Intubationsnarkose eine rückenmarksnahe Teilanästhesie («Spinalanästhesie») angelegt, sodass er intra- und postoperativ nicht unter Schmerzen leiden muss.
- Der Blutkreislauf des Menschen besitzt ausgehend vom Herzen zwei Schlaufen: den grossen Kreislauf durch den ganzen Körper und den kleinen durch die Lungen. In beiden herrschen zum Beispiel vollständig andere Druckverhältnisse. Operationen an der Lunge bedeuten deshalb einen belastenden Eingriff, welche eine spezielle Vor- und Nachsorge erfordert. Dank der Intensivmedizin ist es möglich, auch Lungenpatienten mit vorbelasteter Gesundheit nach dem Eingriff sicher und sorgfältig zu betreuen und zu behandeln.
Eine thoraxchirurgische Operation zu planen, durchzuführen und ärztlich zu begleiten, erfordert den kontinuierlichen Fachdialog zwischen Anästhesieärzten, Intensivmedizinern und dem Thoraxchirurgen. In der Klinik Hirslanden ist dies durch die langjährige Erfahrung mit thoraxchirurgischen Patienten sowie dank der hervorragenden, top-ausgerüsteten Infrastruktur gewährleistet.